Hintergrund:
Die urbane grüne Infrastruktur spielt eine entscheidende Rolle für die mentale und physische Gesundheit der Stadtbevölkerung, die Umweltqualität, die ökologische Funktionsfähigkeit sowie die Nachhaltigkeit von Städten. Die Planung, Steuerung und Pflege der städtischen Grünflächen umfassen komplexe und systemische Prozesse, die eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis erfordern. Angesichts der globalen Natur der Herausforderungen im Bereich Klima und städtische Gesundheit, des zunehmenden klimabedingten physischen, psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Drucks auf die Gesellschaft und der begrenzten personellen und strukturellen Kapazitäten der beteiligten Akteure ist eine enge internationale Zusammenarbeit unerlässlich, um übertragbare und wirksame Lösungen zu entwickeln. Internationale Kooperation bündelt Ressourcen, ermöglicht den effizienten Austausch von Wissen und vermeidet Doppelarbeit, wodurch schneller nachhaltige und skalierbare Lösungen entstehen.
Ziel:
Dieses internationale und interdisziplinäre Netzwerk aus Wissenschaft und Praxis konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen städtischer Begrünung, Digitalisierung und Steuerung aus Sicht von Gesundheit und Nachhaltigkeit. Basierend auf transatlantischer Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftler:innen und Landschaftsarchitekt:innen verfolgt das Netzwerk folgende Ziele:
- Verbesserung der Steuerungsprozesse (inkl. Leitlinien) für die Planung und Pflege städtischer Grünflächen,
- Identifizierung von Synergien sowie von wiederkehrenden Konflikten zwischen Gesundheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit,
- Dokumentation wirksamer übertragbarer Lösungen und
- Entwicklung von Empfehlungen für Politik, Praxis und Wissenschaft.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Wechselwirkungen zwischen den Prozessen von Digitalisierung und städtischer Grünflächen-Steuerung. Ein Beispiel sind die governancebezogenen Implikationen und Herausforderungen digitaler Zwillinge.
Netzwerkformat und Arbeitsmethode:
Die Netzwerkaktivitäten umfassen sowohl Online-Formate als auch Präsenzformate. Das Netzwerk bringt Expert:innen aus verschiedenen Disziplinen und Sektoren zusammen, um bestehende Planungs- und Steuerung-Verfahren im Bereich der städtischen Grünflächen zu evaluieren. Dazu gehört eine Untersuchung des gesamten Lebenszyklus städtischer Grünflächen, von der Planung und Gestaltung über die Umsetzung, Pflege, Bewertung, Neugestaltung bis hin zu ihrer eventuellen Auflösung. Zu diesem Zweck werden sowohl herkömmliche Werkzeuge (z. B. Standards, Indikatoren, Toolkits, Checklisten, Leitfäden, Fallstudien) als auch digitale Instrumente (z. B. GIS- oder KI-basierte) untersucht, um ihre jeweiligen Stärken und Grenzen zu analysieren. Zu den angewandten Methoden gehören kollaborative Analysen und strukturierter Wissensaustausch, die zu gemeinsamen Veröffentlichungen und einem gemeinsamen Lernprozess führen.
Beteiligte Institutionen:
- Medizinische Fakultät OWL, Universität Bielefeld (Koordination)
- Center for Development Research, Universität Bonn
- Detmolder Schule für Gestaltung, Technische Hochschule OWL, Detmold
- Dirtworks Landschaftsarchitektur, New York, USA
- Fachbereich Gesundheitswissenschaften, Hochschule Bochum
- Fakultät Ressourcenmanagement, Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Göttingen
- Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Leipzig
- Institute for Urban Public Health, Universitätsklinikum Essen
- Jordanische Universität für Wissenschaft und Technologie, Irbid, Jordanien
- Rutgers Center for Urban Environmental Sustainability, New Jersey, USA
- Stadt Paderborn
- School of Global Public Health, New York University, New York, USA
- Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg
Zeitraum und Förderung:
Die internationalen Kontakte wurden 2023/2024 durch Besuche von Rainer Fehr in den USA intensiviert und danach weiter ausgebaut.
Derzeit wird nach einer geeigneten Förderquelle gesucht.
