Dokumentation der Online-Veranstaltung vom 27.10.2020

Nachhaltige StadtGesundheit

Am 27.10.20 fand die Online-Veranstaltung „Nachhaltige StadtGesundheit“ statt, die gemeinsam von Einrichtungen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), der Universität Bielefeld und der Hafencity Universität Hamburg organisiert und durchgeführt wurde (Programm). Der erste Teil der Veranstaltung steht in der Tradition der Hamburger wissenschaftlichen Symposien zur regionalen Gesundheitsversorgung, der zweite Teil knüpft an die Konferenzserie „Stadt der Zukunft – Gesunde und nachhaltige Metropolen“ an.

Nachfolgend finden Sie eine aus zusammenfassenden Texten, Bildern, Präsentationen und Videoausschnitten bestehende Dokumentation der Tandem-Veranstaltung vom 27.10.20, zu der sich über 200 Personen angemeldet hatten. Die Inhalte gliedern sich wie folgt:

Platzhalter, Sprungmarke1

_ _ _

Begrüßung

Die Veranstalter/innen der Online-Veranstaltung begrüßten die Teilnehmer/innen:

Jobst Augustin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, begrüßt die Teilnehmenden und erläutert den Hintergrund der heutigen Veranstaltung sowie die COVID-bedingte Verschiebung der ursprünglich geplanten Tandemveranstaltung in den November 2021. Er stellt die kommende Tandemveranstaltung als erstmalige gemeinsame Ausrichtung des Hamburger Symposiums für regionale Gesundheitsversorgung und der Kongressreihe „Stadt der Zukunft“ vor. Das Symposium wird dann zum fünften Mal ausgerichtet. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Themen zur regionalen Gesundheitsversorgung, aber auch weitere übergreifende Themen behandelt. Das nächste Symposium wird die Thematik „Gesundheit und Versorgung in der Zukunft – wie sind Stadt und Land aufgestellt?“ aufgreifen.

 

Rainer Fehr, der von Hamburg aus am StadtGesundheits-Projekt „Brückenbau“ der Universität Bielefeld beteiligt ist, begrüßt die Teilnehmenden. Er sieht in der Covid-19-Pandemie einen unfreiwilligen Schnellkurs darüber, wie außerordentlich eng Gesundheit mit allen Sektoren der Gesellschaft verwoben ist. Das WHO-Konzept „Gesundheit in allen Politikbereichen“ bedeutet auch: „Gesundheit in allen Stadtsektoren“; diese intersektorale Perspektive ist generell sinnvoll, um Gesundheit zu fördern und wiederherzustellen, zum Beispiel auch mit Blick auf Klimawandel und Gesundheit.

Zahlreiche der heute Morgen anwesenden Referent*innen sind auch am Förderprogramm „Stadt der Zukunft – gesunde und nachhaltige Metropolen“ beteiligt. Dieses Förderprogramm will neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Disziplinen und Sektoren entwickeln und wird unterstützt von der Berg-Stiftung im Stifterverband.

Gemeinsam mit Jobst Augustin haben Claudia Hornberg, Jörg Knieling und Rainer Fehr sowie die zugehörigen Teams diese Veranstaltung vorbereitet.

 

Claudia Hornberg als Biologin und Medizinerin ist Professorin für Gesundheitswissenschaften und Gründungsdekanin der neuen Medizinischen Fakultät der Universität Bielefeld. Sie unterstreicht, dass das Konzept StadtGesundheit auf einen umfassenden Blick abzielt, der sowohl individuelle Lebenssituationen als auch die Bedarfe unterschiedlicher städtischer Bevölkerungsgruppen fokussiert. Dabei werden zwei Leitprinzipien eingesetzt, nämlich „Blickfelderweiterung“ und „Brückenbau“. Als „kluge Allianz“ wird Gesundheit zudem in enger Kopplung mit Nachhaltigkeit betrachtet.

Aktuell ist deutlich zu sehen, dass wir in Städten ein besonders hohes Potenzial für mikrobiologische Gesundheitsrisiken haben. Im Vergleich zu Lärm oder Luftschadstoffen wurden die infektiologisch wichtigen Crowding-Effekte in Innenstädten lange vernachlässigt; es gilt natürlich auch hier, die Gesundheitsrisiken zu reduzieren und die Gesundheitsressourcen zu stärken.

Wie der Blick auf die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) zeigt, gehören zu StadtGesundheit beispielsweise auch klimaneutrale und gleichzeitig bezahlbare urbane Mobilitätskonzepte, der Abbau von Ungleichheiten und die Stärkung von Gesundheitschancen für alle. Bereiche wie Klimaanpassung, Energie- und Wärmewende oder Biodiversitätsschutz bieten viele Möglichkeiten für die erwähnten „klugen Allianzen“.

StadtGesundheit als Blickfelderweiterung legt es nahe, stärker als bisher darauf zu schauen, welche gesundheitlichen Auswirkungen von den verschiedenen Stadtsektoren ausgehen und welche Kosten – neben den Therapiekosten bspw. auch als Einschränkungen in der Erwerbstätigkeit oder Verkehrstüchtigkeit – damit verbunden sind.

Das umsetzungsorientierte Leitprinzip Brückenbau besagt, Ziele gemeinsam zu verfolgen und rechtzeitig auch Interessenskonflikte abzubauen. Nur durch ein übergreifend abgestimmtes Handeln relevanter Institutionen, Sektoren und Disziplinen werden sich urbane Krankheitslasten und deren ökonomische und gesamtgesellschaftliche Kosten langfristig reduzieren und urbane Gesundheitsgewinne langfristig ermöglichen lassen.

Foliensatz von Claudia Hornberg zu Nachhaltiger StadtGesundheit.

 

Jörg Knieling vertritt an der Hamburger Hafencity-Universität den Bereich Stadtplanung, einen Partner der heutigen Veranstaltung. Er sieht durch die Covid-19-Pandemie die Bedeutung von Städten und Ballungsräumen für Gesundheit erneut belegt.

Als Planer und Beiratsmitglied des Förderprogramms „Gesunde Stadt der Zukunft“ benennt er für die Stadtplanung folgende zentrale Frage: „Was kann man planerisch in Städten verändern und verbessern, um StadtGesundheit und individuelle Gesundheit nach vorne zu bringen?“

Für die angesprochene Zielrichtung einer nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung sieht sich die Stadtplanung besonders gefordert, weil sie schon jetzt in vielen Bereichen integriert zur Entwicklung von Städten beiträgt.

Entstanden ist die moderne Stadtplanung maßgeblich vor dem Hintergrund gesundheitlicher Probleme in Städten in der Folge der Industrialisierung. Damals wurde deutlich: hier müssen Lösungen entwickelt werden, wie Städte gesünder organisiert, geplant und gestaltet werden können.

Das war der Start der modernen Stadtplanung, und diese Anforderungen bestehen fort. Das zeigen, neben der gegenwärtigen Corona-Situation, bspw. auch Klimawandel und -anpassung, Hochwasserschutz, Hitzewellen, Luftbelastung und Lärm. Diese Themen bilden in den Städten immer wieder Konfliktfelder und fordern dazu heraus, nach besseren Lösungen zu suchen.

Vor diesem Hintergrund ist das Programm „Stadt der Zukunft“ der Fritz und Hildegard Berg-Stiftung im Stifterverband besonders zu begrüßen. Aus den seit 2011 durchgeführten Konferenzen und den anderen Aktivitäten ist inzwischen ein breites Netzwerk von Personen entstanden, die sich aktiv für diese Verbindung von Stadtentwicklung und Gesundheit einsetzen und dieses Thema voranbringen. Hier sind neben der Hafencity-Universität u.a. die Universitäten Bielefeld und Bozen beteiligt. Besonders erfreulich als institutioneller Schritt ist die kürzlich erfolgte Einrichtung des neuen Institutes für Urban Public Health an der Universität Duisburg-Essen.

Platzhalter, Sprungmarke2

_ _ _

Veranstaltungsabschnitt 1: Präsentationen

Dieser Abschnitt der Online-Veranstaltung knüpfte an die Hamburger wissenschaftlichen Symposien zur regionalen Gesundheitsversorgung an und wurde durch das UKE vorbereitet.

Jobst Augustin: Moderation
Jobst Augustin stellt den ersten Themenblock vor und leitet den Beitrag von Sabine Baumgart, „Räume im Wandel“, ein.

 

 

 

 Sabine Baumgart: Räume im Wandel
Überall befinden Räume sich im Wandel. Eine verstärkte Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung und den Aktivitäten unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen ist erforderlich. Neue Formen des Zusammenlebens in urbanen Räumen werden ersichtlich, Wohnen und Arbeiten rücken wieder näher zusammen. Auf der anderen Seite besteht aber auch die Tendenz des Auseinanderdriftens, beispielsweise die Ansiedelung von Logistikunternehmen am Stadtrand. Hinsichtlich der Entwicklungsdynamik von Stadt und Umwelt zeigen sich aktuell kollektive Lernprozesse für die zukunftsorientierte Gestaltung unserer Umwelt. Es obliegt der transparenten Darlegung von Planungs- und Gestaltungsprozessen, diese datenbasiert auszuhandeln, vor allem auch angesichts intensiver Flächennutzung. Wenn mehr Lebensqualität in urbanen Raum für alle erreicht werden soll, bedeutet dies, dass Machtverhältnisse hinterfragt, Konfliktmanagement eingeführt und Interessenkonflikte gelöst werden müssen. Darüber hinaus muss den Sustainable Development Goals (Vereinte Nationen) mehr Rechnung getragen werden. Diese Ziele sind unter anderem auf die Bezüge zwischen Stadtentwicklung und Klimaanpassung sowie auf ein ganzheitliches Management urbaner Räume ausgerichtet.

 

Jobst Augustin: Gesundheit und Versorgung der Zukunft – Umwelt und Mobilität
Als konzeptioneller Rahmen des Beitrags dienen die Daseinsgrundfunktionen (z.B. Arbeiten, sich versorgen, sich erholen, etc.) des Menschen, anhand derer klar wird, dass die meisten von Ihnen Mobilität erfordern und in der natürlichen und sozialen Umwelt stattfinden. Die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Gesundheit / Lebensqualität, Umwelt und Mobilität werden erläutert. Dem Nutzen von Mobilität wie z.B. Erreichbarkeit von Einrichtungen des Gesundheitswesens oder Erholungsräumen stehen negative Folgen wie z.B. Emission von Luftschadstoffen oder Lärm gegenüber. Zur Veranschaulichung dienen die Beispiele Lufthygiene, Lärm und thermische Belastungen in urbanen Räumen, bei denen auch die sozialräumlich ungleiche Belastung bedeutsam ist. Die Beispiele verdeutlichen, dass raumspezifische Veränderungen spezifische Lösungen unter Berücksichtigung verschiedener zeitlicher Skalen erfordern. So lassen sich auf der einen Seite kurzfristige Veränderungen wie zum Beispiel die COVID-19 Pandemie identifizieren, bei denen auch kurzfristig (weitreichende) Entscheidungen zu treffen sind. Dem gegenüber stehen langfristige (z.B. Belastungen durch den Klimawandel) Veränderungen, die über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten die Gesundheit beeinträchtigen können und daher auch längerfristig angelegte Entscheidungen und Maßnahmen erfordern.

 

Nicole Mohr: Gesundheit und Versorgung der Zukunft
– Demographie und Gesundheitsverhalten
Der Beitrag greift grundlegende Entwicklungen des Demographischen Wandels und des Gesundheitsverhaltens auf. Die demographischen Veränderungen variieren von Region zu Region, es gibt Räume mit einem prognostizierten Bevölkerungsrückgang wie auch -zuwachs. Vor allem den urbanen Räumen wird ein Bevölkerungszuwachs zugesprochen, der sich in den vergangenen Jahren schon angedeutet hat. Hinsichtlich der Alterszusammensetzung zeigen Prognosen vor allem im Nordosten Deutschlands einen stark zunehmenden Anteil der über 80jährigen mit entsprechender Auswirkung auf die Gesundheitsversorgung in diesen Regionen. Neben den demographischen sind die Veränderungen der gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen wie beispielsweise Ernährung und körperliche Aktivität von Bedeutung. Die Verbraucher achten verstärkt auf eine bewusste und gesunde Ernährung. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich bei der körperlichen Aktivität. Allerdings gibt es in beiden Bereichen deutliche Unterschiede je nach sozialer Herkunft. Eine Herkunft aus sozial weniger privilegierten Schichten steht nach wie vor noch im Zusammenhang mit schlechterer Ernährung, weniger Bewegung und einer Tendenz zu damit assoziierten Erkrankungen. Auch das Rauchverhalten sowie Übergewicht und Adipositas sind negativ mit dem sozioökonomischen Status assoziiert. Am Beispiel der COVID-19 Pandemie zeigt sich, dass einerseits das Gesundheitsverhalten einen Einfluss auf Infektionsrisiken oder auch Krankheitsverläufe hat. Gleichzeitig führen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auch zu starken Veränderungen des Gesundheitsverhaltens der Bevölkerung, sodass sich hier gegenwärtig sehr gravierende Lebensstiländerungen abzeichnen, die zur Änderung von Aktivitätsniveau, Ernährungsverhalten und Suchtmittelkonsum führen können. Zudem sind Auswirkungen der Pandemie auf die psychosoziale Gesundheit zu erwarten.

 

Matthias Augustin: Gesundheit und Versorgung der Zukunft
Der Beitrag wurde mit der Frage eröffnet, was das Ziel der gesundheitlichen Versorgung ist und ob sich dieses Ziel für die Zukunft ändert. Gesundheitsversorgung muss Gesundheit fördern (Prävention), Gesundheit wiederherstellen dort wo sie vermindert ist (Kuration) oder dort, wo eine Gesundung nicht möglich ist, entsprechende Maßnahmen ergreifen (Palliation) um eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten. Alle drei Bereiche sind heute sowie in der Zukunft gleichermaßen wichtig.

Gesundheitsversorgung lässt sich mit Blick auf Prävention, Kuration und Palliation bewerten, wobei unterschiedlichste Indikatoren zur Verfügung stehen. Einer der zentralen Indikatoren, der auch eine Prognostik beinhaltet, ist die Lebenserwartung. Sie hat in Deutschland in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen, etwa um zwei Jahre in den letzten 10 Jahren, allerdings mit regionalen Unterschieden. Die Lebenserwartung wird durch Risikofaktoren beeinflusst, die über die Ausbildung einer Krankheit entscheiden. In den vorhergehenden Beiträgen wurde deutlich, dass neben Umweltfaktoren vor allem verhaltensbedingte Faktoren (Rauchen, Bewegung, etc.) entscheidende Risikofaktoren sein können. Bei diesen wichtigen Einflüssen auf die Mortalität aber auch Morbidität handelt es sich primär um lifestyle- oder lebensbedingte Veränderungen.

In der Zukunft ist der wesentliche Faktor vor allem die Prävention, auch im urbanen bzw. städtebaulichen (z.B. Schaffung von Grünflächen zur Anregung körperlicher Aktivität) Kontext. Ein weiterer Punkt ist der Versuch, die Menschen nicht als Kohorte oder als homogene Gruppe zu sehen, sondern in der Medizin zu personalisieren. Das Prinzip wird heute zusammengefasst als Personalized Medicine bezeichnet, eine präventive, personalisierte und partizipatorische Medizin. Personalized Medicine heißt, dass man in der Prädiktion aufgrund genetischer und phänotypischer Merkmale vorhersagen kann, wer krank wird oder wer auf Medikamente gut anspricht. Im Sinne der Prävention sollen Risikogruppen erkannt werden. Personalisiert bedeutet hier, maßgeschneiderte medizinische Lösungen zu schaffen und entsprechende Versorgungsangebote zu machen. Partizipation heißt, dass die Menschen als Betroffene hieran teilhaben, wobei die Digitalisierung in der Medizin unterstützend wirksam ist.

Platzhalter, Sprungmarke3

_ _ _

Veranstaltungsabschnitt 2: Dialoge zur „Stadt der Zukunft“

Dieser Abschnitt der Online-Veranstaltung knüpfte an die Konferenzserie „Stadt der Zukunft – Gesunde und nachhaltige Metropolen“  an und wurde gemeinsam durch Vertreter:innen der Universität Bielefeld und der Hafencity-Universität Hamburg vorbereitet. Der Abschnitt umfasste drei Dialoge.

Dialog 1 – Stadtepidemiologie

Gabriele Bolte (Bremen), Susanne Moebus (Essen); Moderation: Rainer Fehr

Den Dialog zum Thema „Stadtepidemiologie“ können Sie sich hier auch noch einmal als Video anschauen (es öffnet sich die sciebo-Cloud).

Rainer Fehr: Einleitung

 

 

 

 

 

Susanne Moebus: Vorstellung

 

 

 

 

Gabriele Bolte: Vorstellung

 

 

 

 

Rainer Fehr bittet die Referentinnen, Schlaglichter aus ihrer aktuellen Arbeit als Epidemiologinnen zu benennen.

Susanne Moebus: Schlaglicht (inkl. ausgewählter Videosequenz aus dem Gesamtdialog1)

Gabriele Bolte: Schlaglicht (inkl. ausgewählter Videosequenz aus dem Gesamtdialog1)

Rainer Fehr bittet die Referentinnen um Empfehlungen für StadtGesundheit, aus der Sicht der Epidemiologie.

Susanne Moebus: Empfehlungen

Rainer Fehr erhofft sich vom neuen Institut für Urban Public Health, dass es in diesem Sinne erfolgreich tätig sein wird.

Gabriele Bolte: Empfehlungen

Rainer Fehr dankt den beiden Referentinnen.

Dialog 2 – Stadtgrün und Stadtblau

Thomas Kistemann (Bonn), Stefan Zerbe (Bozen/Bolzano); Moderation: Claudia Hornberg

Den Dialog zum Thema „Stadtgrün und Stadtblau“ können Sie sich hier auch noch einmal als Video anschauen (es öffnet sich die sciebo-Cloud).

 

 

 

 

 

 

Claudia Hornberg eröffnet den Dialog zum Thema Stadtgrün und Stadtblau und bittet die beiden Referenten um Vorstellung.

Stefan Zerbe: Vorstellung

 

 

 

 

Thomas Kistemann: Vorstellung

 

 

 

 

Claudia Hornberg unterstreicht die Bedeutung von Stadtgrün und Stadtblau für die physische und psychische Gesundheit und bittet die Referenten um ihre Beiträge.

Stefan Zerbe: Beitrag (inkl. ausgewählter Videosequenz aus dem Gesamtdialog2)

Claudia Hornberg gibt das Wort an Thomas Kistemann als „Fachmann für die Blauräume“.

Thomas Kistemann: Beitrag (inkl. ausgewählter Videosequenz aus dem Gesamtdialog2)

Claudia Hornberg sieht die „therapeutischen Trittsteine“ als gute Synthese von Sukoppschen Gedanken zur Stadtökologie und therapeutisch-gesundheitlichen Aspekten und dankt den Referenten.

Dialog 3 – Mobilität und Stadtentwicklung

Heike Köckler (Bochum), Dirk Wittowsky (Essen); Moderation: Jörg Knieling; Impuls: Sonja Kahlmeier (Zürich)

Den Dialog zum Thema „Mobilität und Stadtentwicklung“ können Sie sich hier auch noch einmal als Video anschauen (es öffnet sich die sciebo-Cloud).

 

 

 

 

 

 

Jörg Knieling eröffnet den Dialog zu Mobilität und Stadtentwicklung und bittet die beiden Referenten um Vorstellung.

Heike Köckler: Vorstellung

 

 

 

 

Dirk Wittowsky: Vorstellung

 

 

 

 

Jörg Knieling bittet Heike Köckler um einen Impuls für die weitere Diskussion.

Heike Köckler: Impuls (inkl. ausgewählter Videosequenz aus dem Gesamtdialog3)

Jörg Knieling bittet die Technik, eine vertonte Präsentation von Sonja Kahlmeier einzuspielen. In der Online-Veranstaltung konnte dann aus technischen Gründen nur der Anfang der Präsentation abgespielt werden. In dieser Dokumentation ist die Präsentation vollständig enthalten.

  Sonja Kahlmeier: Impuls (inkl. Präsentation)

 

 

 

 

Jörg Knieling bittet Dirk Wittowsky um seinen Beitrag.

Dirk Wittowsky: Impuls (inkl. ausgewählter Videosequenz aus dem Gesamtdialog3)

Jörg Knieling dankt den Beteiligten.

Platzhalter, Sprungmarke4

_ _ _

Veranstaltungsabschnitt 3: Diskussion

Claudia Hornberg eröffnet die Diskussionsrunde und stellt die Frage, wie sich bestehendes Wissen zu nachhaltiger StadtGesundheit in die aktuelle politische und auch wissenschaftliche Diskussion am besten einbringen lässt. Auch Anregungen zur (hoffentlich in Präsenz stattfindenden) Konferenz im November 2021 sind willkommen.

Nicole Mohr unterstreicht, aus der Perspektive von Gesundheitsdeterminanten, die Bedeutung kleinräumiger Analysen. Ferner spricht sie sich für die erwähnte Fokussierung auf benachteiligte Gruppen / Risikogruppen aus, um gezielte Interventionen entwickeln zu können.

 

 

Jobst Augustin ergänzt zum Thema „kleinräumige Analysen“ die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze sowie die Rolle von Datenverfügbarkeit. Er sieht durch die heutige Veranstaltung und vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen den Bedarf an interdisziplinärem Austausch auch für nachhaltige StadtGesundheit unterstrichen.

 

Susanne Moebus sieht in der heutigen Online-Veranstaltung viele wichtige Themen angesprochen, gleichzeitig sieht sie viele offenen Fragen, bspw. zu den Themen „Gesundheitsdeterminanten“, „Versorgung“ im Kontext StadtGesundheit sowie Exposomansatz. Sie wünscht sich für eine neue Runde ausreichend Zeit zur Vertiefung und Konkretisierung.

Für Gabriele Bolte besteht insbesondere ein Bedarf an „Übersetzung“: was bedeuten die Modelle und Erkenntnisse am Ende für die Praxis? Viele Projekte liefern hierzu jetzt „Werkzeugkästen“, aber eine gemeinsame Diskussion über die Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse bleibt unabdingbar.

 

Stefan Zerbe verspricht sich von transdisziplinären Projekten einen verbesserten Wissenstransfer in die Planung und die Umsetzungspraxis. Als Nachtrag zur inhaltlichen Diskussion verweist er auf die bedeutende Rolle urbaner Entsiegelungsmaßnahmen.

 

Thomas Kistemann spricht das Instrument der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) an. Er sieht das hiermit verbundene Potenzial nach wie vor als unterschätzt und, allen Bemühungen zum Trotz, als chronisch unternutzt an. Unsere weiteren Bemühungen um nachhaltige StadtGesundheit sollten auch das Thema UVP einschließen. Gesundheitsexpertise muss wirksam in die UVP-Verfahren einbezogen werden.

Heike Köckler stellt fest, dass in der heutigen Veranstaltung die Wissenschaft dominierte; für die Konferenz 2021 wünscht sie sich Tandems aus Wissenschaft und Praxis, insbesondere um Fragen der Partizipation und Beteiligung sowie Verfahrensfragen und Aushandlungsprozesse zu diskutieren.

 

Dirk Wittowsky sieht den Bedarf, das Thema Mobilitätswende noch stärker mit Gesundheit zu verknüpfen, insbesondere auch in Reallaboren mit partizipativer Komponente und Bottom-up-Verknüpfungen. Er begrüßt kleinräumige, gemeinsame Datenerhebung; an der die Verkehrsplanung bisher oft nicht beteiligt ist. Für die Verkehrswende bedarf es auch neuer Anreizsysteme, z.B. im Sinne von Gamification zur Förderung von Spaß und Freude an der Sache.

Platzhalter, Sprungmarke5

_ _ _

Veranstaltungsabschnitt 4: Resümee

Claudia Hornberg (Moderation) sieht Spaß und Freude – wie von Dirk Wittowsky erwähnt – auch in dieser Veranstaltung bereits verwirklicht. Sie bittet Jörg Knieling und Rainer Fehr um kurze Resümees.

Jörg Knieling äußert sich beeindruckt von der thematischen Breite nachhaltiger StadtGesundheit, welche eine Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg verlangt. Er dankt allen Beteiligten und weist für weitere Informationen zum Förderprogramm „Stadt der Zukunft“ auch auf die Webseite www.stadt-und-gesundheit.de hin.

 

Den Vorschlag für Tandems „Wissenschaft – Praxis“ aufgreifend erläutert Rainer Fehr den Plan, an bestehende Strukturen anzuknüpfen. Es gibt u.a. das Gesunde-Städte-Netzwerk, das Netzwerk Regionen für Gesundheit, gewissermaßen transdisziplinär arbeitende Einrichtungen wie Umweltbundesamt und Robert-Koch-Institut sowie die Arbeitsgruppe gesundheitsfördernde Gemeinde- und Stadtentwicklung, die Arbeitsgemeinschaft menschliche Gesundheit bei der UVP-Gesellschaft, und in Hamburg die Themengruppe Nachhaltige Stadtgesundheit bei der Hamburger Patriotischen Gesellschaft von 1765. Weitere Personen aus dem Förderprogramm „Stadt der Zukunft“ sollen einbezogen werden. Eine spannende Entwicklung ist zu erwarten.

Einige Teilnehmer/innen dieser Online-Veranstaltung und die Technikgruppe befinden sich hier in Räumlichkeiten eines Hochleistungs-Universitätskrankenhauses, quasi im Herzen der Medizin. Vor dem Gebäude aber steht die Statue des früheren Oberbaudirektors Fritz Schumacher, der Hamburg sehr stark geprägt hat und dem es ein Anliegen war, durch Stadtplanung auch Gesundheit zu fördern – eine schöne Symbolik für StadtGesundheit!

Claudia Hornberg fühlt sich an den Film „Altersglühen“ erinnert – wie in einem Speeddating wurden sehr viele Bezüge angesprochen zum zentralen Thema: Was ist eigentlich und was erhält Gesundheit? Sie bedankt sich für die vielfältigen Impulse, die ihr u.a. für den Aufbau der medizinischen Fakultät in Bielefeld nützlich sind. Sie dankt allen Beteiligten einschließlich der Technik sowie allen Zuhörenden (auch für ihre Geduld) und freut sich auf Fortsetzung in 2021.